Seit dem 01. Juli 2010 ist der neue Manteltarifvertrag in der Leiharbeitsbranche gültig. Der Bundesverband BZA handelt diesen mit Deutschem Gewerkschaftsbund aus. Durch diesen Vertrag erhalten die Mitarbeiter der jeweiligen Betriebe Sicherheit.

Über den BZA

bza logo

Das offizielle BZA Logo

Im Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen e.V. (BZA) ist ein Arbeitgeberverband, der 1976 aus der Fusion des Bundesverbandes Personalleasing sowie dem seinem Vorgängerverband hervorging. Im Frühjahr 2011 schloss sich der BZA mit den zwei weiteren großen Branchenvertretern Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister e.V. (AMP) und dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister” (BAP) zusammen. Derzeit vertritt der BZA sowohl große Unternehmen, wie auch circa 92 Prozent der kleinen und mittelständischen Zeitarbeitsfirmen. Dieses sind über 2.200 Unternehmen. Außerdem ist der BZA als einziger deutscher Vertreter im europäischen Verband organisiert. Der BAZ übt für seine Mitglieder Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit aus, versendet regelmäßige Informationen und gibt den Mitgliedern Beratung in Sachen Recht. Der Präsident des BZAs ist derzeit Volker Enkerts. Der Sitz des Verbandes befindet sich in Berlin.

Der BZA verfolgt verschiedene Ziele. Der Verband möchte die Zeitarbeit in allen Branchen etablieren. Die Kooperation zwischen den staatlichen Arbeitsvermittlungsagenturen, privater Arbeitsvermittlungen und Zeitarbeitsunternehmen soll gestärkt werden. Leiharbeitsfirmen sollen bei der Vergabe öffentlicher Fördermittel mit anderen Betrieben gleichgestellt werden. Der Verband möchte, dass es in ihrem wirtschaftlichen Tätigkeitsfeld einen tariflich vereinbarten Mindestlohn im Arbeitnehmer-Entsendegesetz festgeschrieben wird. Die Höhe der Vergütung ist hierbei entscheidend und weicht von den Vorstellungen der Gewerkschaften ab. Er verfolgt das Ziel, dass die Unternehmen vertragsfrei mit ihren Mitarbeitern verhandeln können. Außerdem soll das Wort Leiharbeit ersetzt werden.

BZA Tarif Tabelle 2012

Zeitarbeitstarifentgelte bis 10/2012 im Westen:

zeitarbeitstarifentgelte westen 10-2012

Zeitarbeitstarifentgelte ab 11/2011 bis 10/2012* im Westen

Zeitarbeitstarifentgelte bis 10/2012 im Osten:

zeitarbeitstarifentgelte osten 10-2012

Zeitarbeitstarifentgelte ab 11/2011 bis 10/2012* im Osten

Der Manteltarifvertrag der BZA

manteltarifvertrag

Der Manteltarifvertrag als Mindmap.

Der BZA handelt zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DBG) die Rahmentarifverträge aus. Dabei nimmt der BZA die Position der Arbeitgeber ein. Der DGB vertritt die Interessen der Arbeitnehmer. Am 22.07.2003 wurde der Tarifvertrag zwischen dem DGB und dem BZA geschlossen. In den folgenden Jahren wurde dieser Vertrag immer wieder geändert. In dieser Form ist der Vertrag gültig seit 01. Juli 2010. Geändert werden kann der Tarifvertrag frühestens zum 31. Oktober 2013. Die Vertragsparteien müssen eine Frist von sechs Monaten einhalten. Dieser Vertrag gilt räumlich innerhalb der Grenzen Deutschlands. Er findet für Mitarbeiter Anwendung, die von der Zeitarbeitsfirma einem Kundenbetrieb entliehen werden. Dieses geschieht auf Grundlage des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG). Die ersten sechs Monate gelten als Probezeit. Innerhalb der ersten drei Monate kann das Arbeitsverhältnis beidseitig mit der Frist von einer Woche gekündigt werden.

Die regelmäßige monatliche Arbeitszeit des einzelnen Mitarbeiters beträgt 151,67 Stunden. Dieses ergibt eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 35 Stunden. Es ist außerdem möglich, dass ein Arbeitnehmer in Teilzeit arbeitet. Wenn die Stundenanzahl von 151,67 Stunden unterschritten ist, liegt dieser Fall vor. Die reale Arbeitszeit wird den Bedürfnissen des Kundenbetriebes angepasst. Der Betrieb legt fest, wann der Arbeitstag beginnt und endet. Außerdem gibt der Kundenbetrieb Pausen und die Verteilung der Arbeitszeit auf die jeweiligen Wochentage vor. Ruhepausen in Sinne des Arbeitszeitgesetzes gelten grundsätzlich nicht als Arbeitszeit. Das Arbeitszeitkonto darf maximal 200 Plusstunden umfassen, bei saisonaler Arbeit 230 Mehrstunden. Spätestens nach 12 Monaten muss ein Ausgleich des Arbeitszeitkontos erfolgen. In der Regel wird Mehrarbeit durch die Möglichkeit der Freizeitentnahme ausgeglichen. Der Mitarbeiter hat außerdem Anspruch auf Urlaub. Dieser Urlaubsanspruch beträgt im ersten Jahr 24 Tage und steigt jedes Jahr an.

Die Gehaltstabelle nach BZA

Die Mitarbeiter bekommen ein Monatsentgelt auf Basis ihrer individuellen Arbeitszeit gezahlt. Dieses muss spätestens bis zum 15. Bankarbeitstag des Folgemonats unbar ausgezahlt werden. Das Monatsentgelt nach der BZA Tarif Tabelle setzt sich aus den festen Entgeltbestandteilen des laufenden Monats und variablen Teilen zusammen. Bestimmte Teile des Entgeltes können in die Altersvorsorge eingezahlt werden. Darüber hinaus hat der Mitarbeiter nach einem mindestens sechs Monate bestehenden Arbeitsverhältnis das Anrecht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld. Innerhalb der Gehaltstabelle gibt es neun verschiedene Tarifarten. Diese reichen von ungelernter Arbeitstätigkeit bis hin zu Mitarbeiter mit einem Hochschulstudium. Innerhalb dieser Eingruppierung wird einem Mitarbeiter der Gruppe eins beispielsweise ein Stundenlohn von 7,60 gezahlt. Ein Mitarbeiter der Gruppe neun erhält 17,11 Euro.

zeitarbeit

Die Arbeitnehmer haben Anrecht auf Zuschläge.

Die Mitarbeiter haben ein Anrecht auf Zuschläge. Dieses Anrecht besteht bei vollen Arbeitsstunden, durch die die vereinbarte regelmäßige monatliche Arbeitszeit eines Mitarbeiters in einem Monat um mehr als 15 Prozent überschritten wird. Dieser Zuschlag beträgt 25 Prozent des tariflichen Stundenentgeltes des Mitarbeiters. Als Nachtarbeit gilt die Arbeit zwischen 23:00 Uhr und 06:00 Uhr. Der Zuschlag richtet sich bei Nachtarbeit nach dem Kundenbetrieb und beträgt maximal 25 Prozent des einzelnen Entgelttarifs des Mitarbeiters. Sonn- und Feiertagszuschläge werden an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen in der Zeit zwischen 0:00 Uhr und 24:00 Uhr gezahlt. Ob ein Feiertag vorliegt, gibt der Einsatzort des Mitarbeiters vor. Sonntagsarbeit darf mit höchsten 50 Prozent Aufschlag vergütet werden, Feiertagsarbeit sowie Arbeit am 24. oder 31. Dezember betragen höchsten 100 Prozent. Die einzelnen Zuschläge addieren sich nicht. Es zählt immer der höchste Zuschlag. Sollte der Mitarbeiter außerhalb der Arbeitszeit von der Niederlassung bis zum Einsatzort des Kundenbetriebes eine Dauer von 90 Minuten mit dem günstigsten öffentlichen Verkehrsmittel überschreiten, müssen die Zeiten über dem Maß von 90 Minuten dem Mitarbeiter auch vergütet werden. Bei mehr als zwei Stunden hat der Mitarbeiter einen Anspruch auf die Übernahme der Übernachtungskosten.